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Umgang mit Demenz

Körperpflege

An Demenz erkrankte Menschen brauchen zunehmend Hilfe und Unterstützung bei der Körperpflege.

Im Verlauf der Krankheit verlernen sie, Gegenstände wie Kamm oder Zahnbürste zu verwenden. Oft ist ihnen die Hygiene nicht mehr wichtig oder sie sind der Meinung, dass sie sich schon gereinigt haben. Auch geht zunehmend das Gefühl für die Körpergrenzen verloren.

  • Sprechen Sie Anleitungen zur Körperpflege immer mit den gleichen Worten und in der gleichen Reihenfolge durch.
  • Geben Sie den Betroffenen genügend Zeit, die Handlungen Schritt für Schritt auszuführen.
  • Erleichtern Sie es den demenziell Erkrankten, sich selbst zu waschen. Nehmen Sie ihnen diese Tätigkeit nicht ab, auch wenn es zeitsparender wäre.
  • Sorgen Sie dafür, dass das Baden/Duschen entspannend und angenehm ist.
  • Helfen Sie den Betroffenen, sich hübsch zu machen! Jeder Mensch fühlt sich gepflegt besser.
  • Massieren, eincremen etc. hilft, Körpergrenzen wieder zu spüren.
  • Schützen Sie die Intimsphäre der an Demenz erkrankten Menschen.
  • Sprechen Sie Schamgefühle an, wenn Sie diese wahrnehmen.

Toilette

An Demenz erkrankte Menschen verlernen mitunter, die Toilette rechtzeitig aufzusuchen. Manche vergessen, wo die Toilette ist oder was man dort tut.

  • Erinnern Sie die Betroffenen daran, auf die Toilette zu gehen.
  • Ein Leibstuhl im Zimmer wird oft eher gefunden und angenommen als die Toilette.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Verschlüsse an der Kleidung leicht zu öffnen sind.
  • Üben Sie mit demenzkranken Menschen den Gang zur Toilette und die erforderlichen mechanischen Vorgänge (z. B. heben des Toilettendeckels, Betätigung der Spülung).
  • Suchen Sie eine Fachambulanz auf – es könnte eine Blasen- oder Darmschwäche vorliegen.
  • Verwenden Sie Inkontinenzhilfsmittel.

An- und ausziehen

An Demenz erkrankte Menschen vergessen, welchen Zweck ein Kleidungsstück erfüllen soll. So kann es durchaus passieren, dass die Unterwäsche über die Oberbekleidung angezogen wird oder ein leichtes Sommerkleid vor Schnee und Kälte schützen soll.

  • Legen Sie die Kleidungsstücke in der Reihenfolge zurecht, in der  diese angezogen werden.
  • Verwenden Sie pflegeleichte, bequeme Kleidungsstücke mit einfachen Verschlüssen (Reiß- oder Klettverschlüsse).
  • Geben Sie den Betroffenen Zeit, sich selbst anzuziehen. Auch wenn es nicht perfekt ist – solange es selbstständig geht: nicht eingreifen!
  • rutschsichere Schuhe mit Klettverschlüssen verwenden.

Das Wichtigste in Kürze

Mit fortschreitender Erkrankung nimmt die Fähigkeit zur Selbstversorgung ab. Wichtig ist aber, dass Sie Betroffene so lange wie möglich sich selbst versorgen lassen – auch wenn dies mehr Zeit in Anspruch nimmt, als es selbst durchzuführen.